HH-HA-Harburg: Friedrichstadt dies- und jenseits der Elbe!

2014_03_HH_Spiel 2

Seit Monaten im Gespräch, zunehmende Anspannung&Freude zugleich, der Saisonhöhepunkt schlechthin nahte: Das Freundschafts- und Ablösespiel für unseren in jeder Hinsicht eine große Lücke hinterlassenden Sascha bei seinem neuen Klub „Grün-Weiß Harburg“.

Die Anreise: Zwei mehr oder weniger fitte SVF-Kohorten machten sich also früh am ersten Samstagmorgen des April auf den weiten Weg an die Sandkante Harburgs. Kohorte 1 war sogar mit einem originalen und einem sehr schlimmen Rockerklub affinen (so das Gerücht…) Hamburger KFZ-Kennzeichen angetreten. Aber das Ziel des Abends war ja auch…- dazu später mehr. Die Tempi des Ritts auf der LKW-freien Autobahn waren unterschiedlich, die Kommunikation via Handy drohte mangels ausreichender Kenntnisse des vermeintlichen „Nichts“ zwischen Berlin und Hamburg zu scheitern. Dazu ein Auszug aus den frisch hereingekommenen Gesprächsaufzeichnungen zwischen SVF-Kohorte I (K1) und SVF-Kohorte II (K2). K1: „Wo seid Ihr gerade?“ – K2: „Hinter Neuruppin.“ – K1: „Neuwas?“ – K2: „Neuruppin“ – K1:“Noch nie gehört!“ – K2: „Seid Ihr schon am Wittstocker Autobahndreieck vorbei?“ – K1: „Welches Autobahndreieck? Wo gibt es hier ein Autobahndreieck?“ – K2: „Und jetzt kommt gerade Herzsprung!“ – K1: „Was?“ – K2: „Herzsprung!“ – K1: „Jetzt lass das mal mit den Ortsangaben – da kommt irgendwo eine Baustelle!“ – K2: „Was für eine Baustelle? Wo denn?“ – K1: „Man, weiß ich doch nicht (gibt die Frage an die Mitfahrer weiter – keiner kann irgendwas lokalisieren). Mensch, jedenfalls wollt ick sagen, da kommt eine Baustelle gleich mit einem Blitzer im Eingangsbereich!“ Anmerkungen dazu: Kohorte 1 war laut den Mitfahrern konstant mit 180km/h unterwegs und befand sich zum Zeitpunkt des Gesprächs dem Satellitenortungsprogramms zufolge bereits in Schleswig-Holstein. Anhand des nun ebf. vorliegenden Wertes abzüglich der Toleranzgrenze beten wir alle für den Fahrer von SVF-Kohorte I, dass er die Pappe (=hamburgisch für Fahrerlaubnis) behalten möge! Was aber passierte der durch das vermeintliche „Nichts“ schleichenden SVF-Kohorte II? Diese war ganz angetan von der unendlichen Weite&Leere und als Höhe Parchims der Hinweis auf ein nahe gelegenen Flughafen auftauchte, fragte Winnie aus Taiwan: „Who needs an Airport here?“

Harburg is cool: Rechtzeitig erreichte SVF-Kohorte II die „Freie und Hansestadt Hamburg“, querte Elbe und Süderelbe und kam dann doch noch – die vermeintliche Abkürzung quer durch die schnuckelige Harburger Altstadt endet vor einer Fußgängerzone – in Katharinas&Saschas neuer Bleibe an. Dort gab es Nudeln für alle, dann ging es sofort zu dem inmitten der Harburger Sandberge gelegenen Spieltempel.Der war kalt wie ein Kühlschrank, was zur Kühlung der mitgebrachten Getränke nicht besser passen konnte! Die Harburger trudelten so langsam ein, einige von uns spielten sich „warm“ bzw. es kam zu ersten Gesprächen mit den sehr netten Harburgern. Dann ging es los und es galt sofort, so manche Klippen zu umschiffen: Die Begrüßung, bei der wir gleich mit dem neuen Willy-Brandt-Flughafen konfrontiert wurden, konterten wir mit der Elbphilharmonie. Das gute vordere Harburger Paarkreuz, zusammengestellt aus Spielern der GW-Bezirksligateams, wurde von Torte sicher und von Max dank Olafs Ersatzschläger (mit seinem echten Schläger wäre das evtl.schief gegangen…) niedergerungen.

Das hintere PK mit Olaf und Winnie behielt eine fast weiße Weste: Einzig Winnie unterlag Andreas` Ballonabwehr- und Aufschlagkünsten, gegen die Olaf zuvor in der Verlängerung des Fünften gerade noch gegenhalten konnte. Unumschiffbar blieb im mittleren PK ausgerechnet unserer Sascha, der gegen Simon&David einfach mehr an Elan&Puste (=hamburgisch für Ausdauer) zeigte.Die Eingangs- und das Schlussdoppel überließen uns die Harburger, sodass am Ende ein 3:13 für die Gäste von der früheren Hansestadt von der Spree (Ja, ja, auch Berlin zählte mal, wenn auch unbedeutend und „unter ferner liefen“, zum Bund der Hanse!) stand.
Die mittlerweile gut gekühlten Getränke und das unerwartet kalte Duschwasser ließen keine Müdigkeit aufkommen und das Beisammensein wurde bei einem „In-Griechen“ (Reservierung am WE notwendig) fortgesetzt. Hier nun hatten die Harburger die Situation eindeutig im Griff und forderten beim Gelage schon zwischendurch ihr erworbenes Ouzo-Recht gegenüber dem Wirt ein, was absolut nötig war. Nur so konnten die servierten Grillfleischberge verzehrt werden! Dann gab es die ersten Verabschiedungen mit der ausgesprochenen Hoffnung auf ein Wiedersehen in Berlins wahrer Mitte und wer noch konnte, stolperte in die Kühle des tief, tief gelegenen S-Bahnhofs „Harburg-Rathaus“.

Saturday-Night-Fever: Die Anfahrt ins „Gefahrengebiet“ war dann trotz der vor allem wirklich schnellen Hamburger S-Bahn Zeit aufwändiger als gedacht. Das bisherige Programm zollte seinen Tribut: Die ersten schliefen in der S-Bahn ein, andere hatten auf einmal eine hochrote Birne – war es der Alkohol , ein Eiweißschock oder gar eine Fleischvergiftung? Am Hamburger Hauptbahnhof musste dringend ein Stopp her, die Toiletten wurden gesucht und…..und parallel dazu – der Rest wartete in der Haupthalle – spuckten Regionalzüge und die S-Bahn partywütige&erlebnishungrige Massen aus. Dann endlich über die Schanze, das Schlachthofgelände zum Karo-Viertel, wo wir in einer netten Souterrain-Spelunke landeten. Als wir die gerade angeregt die Qualitäten der „Kamikaze-Kings“ diskutierten, wurden wir als letzte Gäste sanft rausgeschmissen. Auf St. Pauli dann die vergebliche Suche nach dem „Hamburger Berg“, von wo aus es Marius` letzte Lebenszeichen gab. Wir fanden ihn nicht, dafür wenig später die „Große Freiheit“. Für diese 300 Meter brauchten wir 10 Minuten: Ich jedenfalls wurde nur einmal angerempelt, genauso bäumte sich nur einmal vor mir ein Anpreiser auf, der mich in einen dieser unzähligen Schuppen ziehen wollte, aus denen überall der immergleiche harte Sex-Strip-Techno dröhnte. Ansonsten wimmelte es nur so von hormonüber- und drogenvollen Partyfolks, inmitten derer schräge Luden und zahlreiche Polizisten im SCHILLernden Dress (Erinnert sich noch jemand an „Richter Gnadenlos?“). Über die Reeperbahn dann zum ähnlich wuselnden Hans-Albers-Platz, der auch mir viel „zu stressig“ vorkam. Der mittlerweile ortskundige Sascha lotste uns schließlich in eine ruhige, angenehme Location namens „Hasenschachtel“, und die war richtig gut. Ein DJ mit einem Dinausur-Jr.-T-Shirt (!) legte dort feinstes 90ies-stuff auf und vor den großen Fenstern versuchte eine vielleicht frisch promovierte Dame ca. 10 Minuten lang vergeblich zu kotzen. Schließlich kotzte sie doch, aber es kam kaum was heraus, was ich sehr bedenklich fand. Ihr Partner (?) und ein Taxi brachten sie kurz darauf hoffentlich in ein Krankenhaus. Die meisten von uns hatten die Kräfte dann auch verlassen, sodass wir zu unserem anvisierten Ziel – dem Fischmarkt – nicht mehr gelangten (Das wären nur noch 500m gewesen!). So ging es stattdessen zum S-Bahnhof Reeperbahn, nachts um halbfünf…

Nachwort/Nachruf? Die Rückfahrt – für die meisten schon Sonntagmittag – war für viele zu früh. Ja und was ist eigentlich aus Marius geworden? Unsere sympathische neue Nummer 1 fing ja schon sehr früh (zum nachmittäglichen Zeitpunkt des TT-Matches in Harburg) an, in der Nähe des ominösen „Hamburger Bergs“ zu feiern. Er fehlte dann bei der sonntäglichen Rückfahrt! Ich hoffe, uns ist nicht schon wieder mal eine „Nummer 1“ abhandengekommen…Unabhängig aber davon und überhaupt: Danke an Sascha&Katharina plus die Harburger, Superprogrammm alles, hat Spaß gemacht!

3 Kommentare zu “HH-HA-Harburg: Friedrichstadt dies- und jenseits der Elbe!

  1. Ein paar Bilder könnten noch eingefügt werden, also jetzt nicht von der frisch Promovierten, aber vielleicht von der TT-Action?!

  2. Hola, das ist ja mal ein klasse Artikel, der allein durch seine Länge (und natürlich durch all die aufgezählten lustigen Anekdoten) einen würdigen Abschluss dieses tollen Freundschaftsspiels bildet. Danke dafür! Und schön, dass beide Kohorten trotz Müdigkeit und Blitzern wieder gut heimgekommen sind!

    Bei euerm nächsten HH-Trip wird es wohl leider die „Hasenschaukel“ nicht mehr geben, also habt ihr diesmal noch eine bald zumachende „In-Kneipe“ auf dem Kiez kennengelernt. Das Projekt Fischmarkt jedoch können wir noch auf dem Schirm behalten. Aber erstmal werden wir hier noch ein bissel trainieren, um dann auch mal die Planung für das Rückspiel in Berlin angehen zu können…

  3. Der gemütliche SVF-Kohorte II Wagen wurde dann übrigens auf der Rückfahrt ebenfalls von den Ordnungshütern fotografiert. Die erneute freundliche Warnung von Action-Wagen I hat uns leider aufgrund mangelnder Akkukapazität des Mobiltelefons nicht rechtzeitig erreichen können. Ich habe gehört, dass „Geblitzt werden“ auf Friedrichstadt-Touren ohnehin dazugehört und freue mich, dass ich meinen Beitrag zum Weiterleben dieser Tradition leisten konnte.

Schreib einen Kommentar